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Shorei-Ryu |
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Shorei ist, wie Shorin, die okinawanische Bezeichnung für das chinesische Shaolin-Kloster.
Allerdings unterscheidet sich das in Naha geübte Karate so sehr von dem in Shuri und Tomari, das man vermuten muß das hier eine völlig andere Interpretation des Shaolin Quan fa überliefert wurde. Zudem beziehen sich die Namen
vieler Kata des Naha-te (Shorei-Ryu) auf, nach chinesischer Auffassung, mystische Zahlen. Möglicherweise deutet dies auch auf einen ursprünglich stärkeren spirituellen Einfluß hin. Man könnte auch sagen das in Shuri und Tomari eine Seite oder Partei von Kampfkunstexperten aus Shaolin unterrichtete und in Naha die andere Seite / Partei. So
als würden zwei Autofirmen Rennen fahren, wobei die einen auf Dieselmotoren setzen, während die anderen Benzinmotoren benutzen.
Überliefert ist, dass ein chinesischer Meister mit Namen Wai
Chin Zhan in Naha lebte und seine Kunst unterrichtete. In jedem Fall ist der berühmte okinawanische Kampfkunstexperte Kanryo Higashionna aber auch nach China gereist um dort vor Ort zu
lernen. Sowohl Kenwa Mabuni (der Gründer des Shito-Ryu), als auch Chojun Miyagi (der Gründer des Goju-Ryu)
lernten von Kanryo Higashionna.
Lediglich 9 Kata waren offizieller Bestandteil des Naha-te. Allerdings ist bekannt das im geheimen auch Versionen der Kata Hakutsuru geübt wurden. Auch ist nicht bekannt wie viele geheime
Familien-Stile es noch gibt. So wurde z.B. das in Naha beheimatete Ryuei Ryu erst ab 1970 öffentlich unterrichtet! Dies macht es allerdings schwierig in bezug auf das Naha-te einheitlich von Shorei-Ryu zu sprechen.
Zu groß sind die Unterschiede des Ryuei-Ryu und der Aragaki-Schule zum übrigen Naha-te. Zum besseren Verständnis sollte man daher annehmen das sich die Bezeichnung Shorei auf die Higashionna-Schule
und deren Nachfolger oder Interpretationen bzw. auf Schulen die ähnlichen Prinzipien folgen (z.B. Uechi-Ryu) bezieht.
Hauptmerkmal des Shorei-Ryu sind der vielfältige Gebrauch offener Handtechniken, kreisförmiger Blocktechniken und schnappende Tritte im Gedan-Bereich. Hinzu kommen vielfältige Hebel-/ und Wurftechniken. Zudem betreibt man die Abhärtung
des Körpers gegen Schläge und die Kräftigung der Muskulatur über ein spezifisches Krafttraining. Selten sieht man einen Großmeister des Shorei-Ryu der nicht von eher stämmiger Konstitution ist. Die Anwendung von kurzen, harten Techniken im direkten Nahkampf, kombiniert mit Wurftechniken ist die Spezialität des
Shorei-Ryu. Ebenso die Stände Sanchin-Dachi und Shiko-Dachi die für diese Art des Kämpfens besonders geeignet sind.
Ursprünglicher Bestandteil des Shorei-Ryu waren die Kata:
- Kururunfa
- Sanchin (Kaishu) Alte Version mit offenen Händen
- Saifa
- Sanseiru
- Seienchin
- Seipai
- Seisun
- Shisochin
- Suparimpei
Von Chojun Miyagi stammen die Kata:
- Tensho
- Gekisai Dai Ichi
- Gekisai Dai Ni
Äußerst beliebt ist im Shorei-Ryu das Training des Kobudo. Ob Bo, Sai, Tonfa, Kama. Alle Waffen sind ganz natürlicher Bestandteil des Könnens eines Großmeisters. Karate und Kobudo sind auf Okinawa untrennbar miteinander
verbunden und besonders im Shorei-Ryu ist dies auch offen zu sehen. Bekannteste Schule des Shorei-Ryu ist das Goju-Ryu. Zudem ist das Shorei-Ryu auch
wesentlicher Bestandteil des Shito-Ryu von Kenwa Mabuni. Shito-Ryu ist durch die Verwendung von Shorei-Ryu, Shorin-Ryu
und den Formen des Weißen Kranichs eine Art Bindeglied zwischen den Welten des Karate. Und verwirklicht damit die
Philosophie von Gichin Funakoshi: „Es gibt nur Karate“!
Autor: Herbert Hass |
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