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Kobudo versteht man den Gebrauch von Werkzeugen bzw. alltäglichen Gegenständen als Waffe zur Selbstverteidigung bzw. bei kriegerischen Auseinandersetzungen.
Es gibt eine sehr große Anzahl von Kobudowaffen und für viele dieser Waffen auch Kata. Die bekannteste Kobudowaffe ist das Bo oder Kon. Ein ca.180 cm langer Stock
mit einem Durchmesser zwischen 26 und 30 mm.
Obwohl die Grundlegenden Prinzipien von Körpereinsatz und Biomechanik denen des Karate gleichen und das Kobudo vom Training des Karate profitiert und umgekehrt, so ist doch ein jahrelanges Training notwendig bis zur ausreichenden
Beherrschung einer Kobudo-Waffe oder eines Karate-Stils.
Die Ursprünge des Kobudo, bei dem ja größtenteils alltägliche Gegenstände als Waffe verwendet werden, liegen in einem Verbot von Waffen durch die japanischen Besatzer Okinawa’s. Um sich aber, speziell gegen Übergriffe
eben dieser Besatzer, verteidigen zu können lernten die Okinawaner den Gebrauch von Werkzeugen als Waffe. Die Effektivität dieser Waffen kann die herkömmlicher Waffen (Schwert, Speer) sogar übertreffen.
Das Training des Kobudo ist dabei auch als überaus gutes Training der Geschicklichkeit anzusehen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Fortschritte, die man im Karate erreicht bzw. erreichen kann. Für viele Großmeister ist das
Karate untrennbar mit dem Kobudo verbunden. Dabei hilft das Eine das Andere besser zu verstehen. Gleichzeitig lernt man als Karateka sich gegen diese Waffen zu verteidigen.
In der heutigen Zeit steht weniger die Notwendigkeit sich zu verteidigen, als der Spaß am Training im Vordergrund. Und genau hier hat Kobudo eigentlich viel zu bieten. Speziell das Training mit dem Bo ist sowohl im Bereich des
Kihon, der Kata, aber insbesondere das Kumibo (Karate = Kumite / Bo = Kumibo) betreffend sehr interessant und abwechslungsreich.
Leider bieten immer noch zu wenig Kampfsportvereine die Möglichkeit zum Kobudo-Training. Natürlich ließe sich jetzt noch viel allgemeines über Kobudo schreiben, viel besser ist es aber an einer Trainingsstunde teilzunehmen und es
hautnah kennenzulernen. Möglichkeiten hierzu wird es immer geben. Hier lohnt ein Blick in den Lehrgangskalender. Wichtig sind immer nur die Inhalte, und nicht
wer sie vermittelt. Speziell im Kobudo kommt es nicht darauf an, aus welcher Stilrichtung man kommt, wichtig ist nur es kennenzulernen. Nur was man kennt kann man lieben. Und speziell das
Training mit dem Bo ist eine Bereicherung für jeden Karateka.
Die Geschichte des Kobudo läßt sich ähnlich weit wie die des Karate, aber auch genauso schwierig zurückverfolgen bis zu Tode Sakugawa dem Schüler von Ku Shan Ku und der Überlieferung der Kata Kushanku (Kosokun Dai, Kanku Dai). Namen wie Sakugawa, Matsu Higa, Ufugussuku, Yabiku Moden, Shinken Taira, Matayoshi, oder die Chinen-Familie sind auf
Okinawa Legenden des Kobudo. Insbesondere Shinken Taira ist es zu verdanken das viele Kobudo-Kata für die Nachwelt erhalten blieben, indem er sie studierte und
veröffentlichte.
Aber auch im Kobudo erfolgte eine Veränderung der Kata und damit der Technik hin zu einer sportiven Form, die die wahre Stärke der Waffe nicht erreicht.
Im Gegensatz hierzu gilt Yamanni-Ryu als bedeutende, ursprüngliche und unveränderte Schule des Kobudo. Die hier gezeigte Technik ist von beeindruckender Eleganz und Dynamik mit
absolut Vernichtender Wirkung. Yamanni-Ryu wird erst seit wenigen Jahren und in Deutschland erst seit 2001, aufgrund des besonderen Engagement des Kobudo-Kwai, öffentlich unterrichtet. Dojo’s existieren in Sachsen, Thüringen, Plattling, Augsburg, München.
Es gibt wenig reine Kobudo-Schulen, meist wird das Kobudo von interessierten Karateka mehr oder weniger regelmäßig neben dem Karate trainiert. Bei einigen Stilrichtungen, wie z.B. Shorin-Ryu
Seibukan, ist es Bestandteil des Karate.
Die wohl beliebteste Waffe des Kobudo ist das Bo oder Kon. Ein 182 cm langer Stock mit 26 bis maximal 30 mm Durchmesser. Generell sollte das Bo aber die eigene Körpergröße nicht mehr als 5 – 10 cm überragen. Das Bo ist eine überaus
elegante, beidhändig zu führende Waffe. Es existieren viele Bo-Kata die zudem auch noch je nach Schule verschieden interpretiert werden.
Weitere Waffen sind:
| - Tonfa
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ehemals
Kurbel für Mühlsteine, ähnelt dem Polizeistab
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| - Kama
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ehemals
Sichel für die Reisernte
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| - Sai
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dreizackige
Metallgabel
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| - Nunchaku
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abgeleitet
von einem Dreschflegel, 2 ca. 40 cm lange
Stöcke sind mit einer 5 – 8 cm langen Kette verbunden
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| - Renkuwan
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Drechflegel
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| - Sanchaku
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dreiteiliges
Nunchaku
|
| - Jo
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Stock von 120
cm Länge
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| - Hanbo
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Stock von 90
cm länge
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| - Tankon
|
Stock von 60
cm Länge
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| - Gusan
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kreuzförmiger
Stock
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| - Eku
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Bootsruder
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| - Gekiquan
|
Stock mit
Kette und einem Gewicht
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| - Surujin
|
Kette
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| - Rochin/Timbe
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Schild und
Kurzspeer
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| - Yari
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Speer
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| - Bisento
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Hellebarde
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| - Tachij
|
Schwert
(Katana)
|
Der
Kobudo-Kwai veranstaltet Meisterschaften in Kata und Kumibo, letzteres mit speziellen „Soft-Bo“ für den Wettkampf.
Autor: Herbert Hass |