Begründer der Stilrichtung:
Gichin
Funakoshi
Hervorgegangen aus:
Shuri-te, Tomari-te
Kata dieser Stilrichtung:
Heian 1-5, Tekki 1-3, Bassai Dai, Kanku Dai, Jion, Empi,
Jitte, Hangetsu, Gankaku, Bassai Sho,
Kanku Sho, Ji’in,
Meikyo, Chinte, Wankan, Sochin, Nijushiho, Unsu,
Gojushiho Dai, Gojushiho Sho
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Entstehung der
Stilrichtung Shotokan
Auf Okinawa in Shuri geboren wurde Gichin Funakoshi von Anko Azato als Schüler des Karate akzeptiert. Bei ihm lernte er die authentische Naihanchin (Tekki) Kata, die aus weit mehr als 100
Bewegungen besteht. Yasutsune Itosu zerlegte diese Kata später in 3 Teile. 1922, im Alter von 50 Jahren, ging Funakoshi nach Tokyo um dort Karate zu unterrichten. Offiziell heißt es das er von Verschiedenen Meistern
Okinawa’s ausgesucht wurde, als Zeichen der Völkerverständigung und Annäherung Okinawa’s an Japan, die Kunst des Karate nach Japan zu bringen. Und obwohl man im Budotukai, der Dachorganisation aller Japanischen Kampfkünste, dem
Karate sehr wohlwollend entgegenkam heißt es das er Jahre benötigte um eine Trainingsgruppe aufzubauen. Funakoshi unterrichtete in erster Linie das Karate der Itosu-Schule mit den Original-Versionen der Heian-/ und Tekki-Kata. Wenn
auf alten Bildern Funakoshi im Kokutsu Dachi mit Heiwan Uke abgebildet ist und die Bildunterschrift sagt, er übe Heian Shodan so ist dies Richtig! Denn zu dieser Zeit war tatsächlich die heutige Heian Nidan als Heian Shodan und Heian
Shodan als Heian Nidan bekannt. Auch nannte er sein Karate nicht Shotokan. Auf die verschiedenen Stile angesprochen antwortete er: „Es gibt nur Karate!“
Einen großen Verlust für Funakoshi’s Arbeit bedeutete der Zweite Weltkrieg in dessen Folge viele fortgeschrittene Schüler starben und an ein geregeltes Training nicht zu Denken war. Nach Ende des Krieges war Funakoshi
bereits über 80 Jahre alt und sein Sohn Yoshitaka Funakoshi leitete das Training. Obwohl heutzutage wenig über Yoshitaka geschrieben wird kann man annehmen daß das heutige Shotokan direkt auf
ihn zurückzuführen ist. Er änderte nicht nur die Kata sondern auch die zugrundeliegende Biomechanik der Bewegungen und Techniken. So ist die Kata Sochin eine Entwicklung Yoshitaka’s und auch die Stellung Fudo-Dachi, sowie die Änderung
des Kokutsu-Dachi in Länge und Tiefe wird ihm zugeschrieben. Nachdem Gichin Funakoshi ursprünglich 15 Kata unterrichtete (Heian 1-5, Tekki 1-3, Bassai-Dai, Kanku-Dai, Empi, Jion, Jitte, Hangetsu, Gankaku), kamen unter Yoshitaka noch
die Kata: Bassai Sho, Kanku Sho, Ji’in, Meikyo, Chinte, Wankan, Nijushiho, Sochin, Unsu, Gojushiho hinzu. Aus Gojushiho entstanden die Versionen Dai und Sho.
Nach Yoshitaka’s frühem, krankheitsbedingtem Tod gründete Masatoshi Nakayama die JKA (Japan Karate Association) und bezeichnete das JKA-Karate als Shotokan (Shoto= Künstlername Funakoshi’s, Kan = Haus). Er organisierte
ein Leistungstraining für zukünftige Instructoren (hierbei wurde 5 mal pro Woche 4 Stunden trainiert!) und war maßgeblich an der Wandlung des Karate zum Wettkampfsport beteiligt. Berühmte Meister wie Kanazwa, Enoeda, Shirai,
Yahara, Kawasoe, Tanaka, Abe, Asai sind Zeugen vom Erfolg dieses Trainings.
In direkter Folge wurden diese Instructoren der JKA beauftragt Karate weltweit zu unterrichten. Kanazawa kam nach Deutschland, Enoeda nach England, Kase nach Frankreich, Shirai nach Italien und begründeten den Erfolg und die
Verbreitung des Shotokan. Dabei war Nakayama’s Vorgehensweise nicht unumstritten und einige ältere Schüler Funakoshi’s wie Shigeru Egami lehnten Nakayama’s Weg ab und gründeten 1958 das Shotokai. Nach Nakayama’s Tod
kam es auch im Shotokan der JKA zur Spaltung und viele Meister gründeten ihre eigenen Schulen, Kanazwa, Asai, Shoij, Nishijama. Und tatsächlich ist dies eine Rückkehr zu vergangenen Zeiten wo es keine Karate-Stile gab sondern nur
Karate-Meister.
Autor: Herbert Hass
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