Begründer der Stilrichtung:
Gichin
Funakoshi
Hervorgegangen aus:
Shuri-Te, Tomari-Te
Kata dieser Stilrichtung:
Heian 1-5, Tekki 1-3, Bassai Dai, Kanku Dai, Jion, Empi,
Jitte, Hangetsu,
Gangaku, Bassai Sho,
Kanku Sho, Ji’in,
Meikyo, Chinte, Wankan, Sochin, Nijushiho, Unsu,
Gojushiho Dai, Gojushiho Sho
|
 
|
Entstehung der
Stilrichtung Shotokan
(Shoto = Kiefernrauschen; Kan =
Halle, Haus). Gehört zu den 4 großen Schulen in Japan (neben Goju-Ryu,
Shito-Ryu und Wado-Ryu). Ihr Begründer war Gichin Funakoshi, dessen Schüler
sein Schriftstellerpseudonym "Shoto" für die Bezeichnung seines Dojo
wählten. Er selbst wehrte sich gegen eine spezielle Bezeichnung seines
Stils, da er Karate stets stilumfassend sah. Bereits sein Lehrer Itosu
begann damit, das traditionelle Karate auf Okinawa (Okinawa-Te) zu
reformieren. Funakoshi setzte diese Arbeit bis zu seinem Tod fort. Er trug
aus den verschiedenen Stilrichtungen (vorwiegend Shorin- und Shorei-Ryu)
Techniken und Kata zusammen, um sie zu modernisieren und in sein neues
System zu integrieren. Shotokan zeichnet sich durch hohe Dynamik mit
starken und harten Techniken aus. In Japan ist Shotokan nicht so verbreitet
wie Goju-Ryu oder Shito-Ryu. Es spielt aber auf sportlichem Gebiet eine
wesentliche Rolle: die überragende Zahl von Gewinnern der All Japanischen
Meisterschaften kamen aus dem Shotokan. Weltweit ist es die verbreitetste
Stilrichtung.
(Quelle: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag)
Der Shotokan-Stil entwickelte sich und wurde beeinflusst wie viele andere
Stilrichtungen auch von den schon auf Okinawa bestehenden Stilarten
Shorin-Ryu, Shuri-Te und Tomari-Te.
Dem Gründer Gichin Funakoshi ist es zu verdanken, dass das Karate und im
Besonderen die Stilrichtung Shotokan nach den Jahren des zweiten
Weltkrieges eine große weltweite Popularität erreichte. Obwohl Gichin
Funakoshi, wie auch sein Nachfolger Egami Shigeru, sich mit aller Macht
gegen ein wettkampforientiertes Karate wehrten, konnten sie dieses nicht
verhindern.
Bekannte Karate-Meister wie Nishijama, Nakayama etc. setzten sich mit ihrer
Ideologie, ein wettkampforientiertes Karate zu betreiben, durch. Indem
Nakayama die JKA (Japan Karate Association) gründete, hatte er großen
Anteil daran, dass der Shotokan-Stil (wie er ihn verstand) sich immer
stärker in Japan festigte. Mit der weltweiten Entsendung von Karate-
Meistern wie Kanazawa, Enoeda, Kase, Shirai, Ochi, etc. konnte sich die JKA
und damit die Stilrichtung Shotokan zu einer der größten Stilarten weltweit
entwickeln.
• Der Shotokan-Stil zeichnet sich in der
Ausführung besonders durch lange und weite Techniken
und Stellungen aus.
• Im Shotokan-Stil werden 26 Katas gelehrt.
Gichin Funakoshi war nicht nur einer der bedeutendsten Karate-Lehrer,
sondern auch ein in Japan sehr bekannter Gedichte-Schreiber, der seine
Gedichte und Verse mit dem Pseudonym "Shoto" (Pinienrausch) unterschrieb.
Aus diesem Namen "Shoto" und dem Namen für Haus ("Kan"), das auch seine
Trainingshalle war, wurde der Begriff "Shotokan" geprägt.
Fritz Oblinger
Stilrichtungsreferent
Shotokan
(Quelle:
http://www.karate-bayern.de/shotokan)
|