Erstmalig veranstaltete der Bayerische Karatebund (BKB) eine
überregionale Karate-Meisterschaft für Behinderte. Eingeladen waren dazu
Karatesportler mit Behinderung aus ganz Deutschland. Die Premiere, die
unter der Schirmherrschaft des bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück
stand, fand im Wilhelm-Löhe-Förderzentrum in Traunreut statt.
Der Karatetrainer Manfred Gilhuber, der seit Jahren einer Gruppe der
Stiftung Ecksberg Karateunterricht erteilt, bereitete die Sportler auf
dieses große Ereignis vor. Unterstützt wurde er von Stefan Reiter. Beide
TSV-Sportler fungierten auch als Kampfrichter. Schon in dieser
Vorbereitungszeit konnte man mit Freude beobachten, so Gilhuber, wie
engagiert und mit welchem enormen Ergeiz die Sportler, trotz ihrer
Handicaps, im Training zu Werke gingen.
Die Leitung der Veranstaltung hatte Fritz Oblinger vom Bayerischen
Karatebund und Ilse Werner vom Karateverein Shotokai Traunreut. Obwohl
eine solche Veranstaltung in Deutschland erstmalig durchgeführt wurde, gab
es einen rundum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.
Insgesamt waren 65 Starter in 10 Teams im Alter von sechs bis 35 Jahren,
die Hälfte davon Kinder, am Start. Die Meisterschaft wurde nach
Sonderrichtlinien durchgeführt. Starten durfte jeder ohne
Altersbegrenzung, der eine Behinderung hat und in irgendeiner Form
Karatesport betreibt. Es wurden jeweils Dreiergruppen gebildet, so dass es
in jeder Gruppe am Ende einen Erst-, Zweit- und Drittplazierten gab.
Als Hauptkampfrichter fungierten Annemarie Schallmoser aus Mühldorf und
Fritz Oblinger aus Ingolstadt.
Bei allen war verständlicherweise die Nervosität groß. Hatten doch alle
für den großen Tag viele Wochen auf dieses sportliche Ereignis hin
trainiert und da wollte man natürlich zeigen was man gelernt hatte. Für
manchen Teilnehmer war es dann doch ein sinnvolle Unterstützungsmaßnahme,
dass bei der KATA, ein imaginärer Kampf gegen mehrere Gegner, von den
vorgeschriebenen Richtungen abgewichen werden konnte, oder dass der
Trainer am Mattenrand mitlaufen und laut mitzählen konnte. Für
Kampfrichter, Betreuer und Zuschauer war es beeindruckend, mit welchem
eisernen Willen die Sportler, trotz ihrer bestehenden Behinderungen,
ihren Sport vorführten. Alle waren erstaunt über die diszipliniert
dargebotenen Karateformen und über den Kampfgeist, der an den Tag gelegt
wurde.
Auch die Kampfrichter waren von den erbrachten Leistungen angetan.
Bei der anschließenden Siegerehrung sah man dann nur mehr zufriedene
Gesichter und glückliche Sportler, die voller Stolz ihre Urkunden und
Pokale in Händen hielten.
In der Mannschaftswertung konnten die Innstädter der Stiftung Ecksberg den
1. Platz erlangen. Im Einzel holten Birgit Brandmair und Hermann Wildmann
ebenfalls Gold.
Aber auch Karl-Heinz Mair war mit Silber sowie Renate Felkel mit einem
Dritten Platz sehr zufrieden.
Alle Beteiligten, Ausrichter, Kampfrichter, Betreuer, Trainer,
Anstaltsleitung und natürlich die behinderten Sportler selbst waren sich
einig, es war für alle ein schöner Tag und erfolgreicher Tag im Rahmen
einer gelungenen Veranstaltung. Den eingeschlagenen Weg sollte man
fortsetzen. Für Mühldorf gab die stellvertretenden Bezirksvorsitzende
Annemarie Schallmoser der Hoffung Ausdruck, dass auch weiterhin
Übungsleiter wie Manfred Gilhuber für das Karate für behinderte Menschen
zur Verfügung stehen und damit das Angebot für Sportler mit Behinderungen
in der Kreisstadt Mühldorf sinnvoll ergänzen. |