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Karatemeisterschaft für Sportler mit Behinderungen
(14.05.06)
 

Autor: R. Richter
Foto:
Siegerehrung

 

 
Erstmalig veranstaltete der Bayerische Karatebund (BKB) eine überregionale Karate-Meisterschaft für Behinderte. Eingeladen waren dazu Karatesportler mit Behinderung aus ganz Deutschland. Die Premiere, die unter der Schirmherrschaft des bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück stand, fand im Wilhelm-Löhe-Förderzentrum in Traunreut statt.
 
Der Karatetrainer Manfred Gilhuber, der seit Jahren einer Gruppe der Stiftung Ecksberg Karateunterricht erteilt, bereitete die Sportler auf dieses große Ereignis vor. Unterstützt wurde er von Stefan Reiter. Beide TSV-Sportler fungierten auch als Kampfrichter. Schon in dieser Vorbereitungszeit konnte man mit Freude beobachten, so Gilhuber, wie engagiert und mit welchem enormen Ergeiz die Sportler, trotz ihrer Handicaps, im Training zu Werke gingen.
 
Die Leitung der Veranstaltung hatte Fritz Oblinger vom Bayerischen Karatebund und Ilse Werner vom Karateverein Shotokai Traunreut. Obwohl eine solche Veranstaltung in Deutschland erstmalig durchgeführt wurde, gab es einen rundum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.
 
Insgesamt waren 65 Starter in 10 Teams im Alter von sechs bis 35 Jahren, die Hälfte davon Kinder, am Start. Die Meisterschaft wurde nach Sonderrichtlinien durchgeführt. Starten durfte jeder ohne Altersbegrenzung, der eine Behinderung hat und in irgendeiner Form Karatesport betreibt. Es wurden jeweils Dreiergruppen gebildet, so dass es in jeder Gruppe am Ende einen Erst-, Zweit- und Drittplazierten gab.
 
Als Hauptkampfrichter fungierten Annemarie Schallmoser aus Mühldorf und Fritz Oblinger aus Ingolstadt.
 
Bei allen war verständlicherweise die Nervosität groß. Hatten doch alle für den großen Tag viele Wochen auf dieses sportliche Ereignis hin  trainiert und da wollte man natürlich zeigen was man gelernt hatte. Für manchen Teilnehmer war es dann doch ein sinnvolle Unterstützungsmaßnahme, dass bei der KATA, ein imaginärer Kampf gegen mehrere Gegner, von den vorgeschriebenen Richtungen abgewichen werden konnte, oder dass der Trainer am Mattenrand mitlaufen und laut mitzählen konnte. Für Kampfrichter, Betreuer und Zuschauer war es beeindruckend, mit welchem eisernen Willen  die Sportler, trotz ihrer bestehenden Behinderungen, ihren Sport vorführten. Alle waren erstaunt über die diszipliniert dargebotenen Karateformen und über den Kampfgeist, der an den Tag gelegt wurde.
 
Auch die Kampfrichter waren von den erbrachten Leistungen angetan.
 
Bei der anschließenden Siegerehrung sah man dann nur mehr zufriedene Gesichter und glückliche Sportler, die voller Stolz ihre Urkunden und Pokale in Händen hielten.
 
In der Mannschaftswertung konnten die Innstädter der Stiftung Ecksberg den 1. Platz erlangen. Im Einzel holten Birgit Brandmair und Hermann Wildmann ebenfalls Gold.
 
Aber auch Karl-Heinz Mair war mit Silber sowie Renate Felkel mit einem Dritten Platz sehr zufrieden.
 
Alle Beteiligten, Ausrichter, Kampfrichter, Betreuer, Trainer, Anstaltsleitung und natürlich die behinderten Sportler selbst waren sich einig, es war für alle ein schöner Tag und erfolgreicher Tag im Rahmen einer gelungenen Veranstaltung. Den eingeschlagenen Weg sollte man fortsetzen. Für Mühldorf gab die stellvertretenden Bezirksvorsitzende Annemarie Schallmoser der Hoffung Ausdruck, dass auch weiterhin Übungsleiter wie Manfred Gilhuber für das Karate für behinderte Menschen zur Verfügung stehen und damit das Angebot für Sportler mit Behinderungen in der Kreisstadt Mühldorf sinnvoll ergänzen.