Neue Inhalte in einer neuen Turnhalle stellte uns die DKV-Ausbilderin
Nadine Ziemer im Rahmen des vom BKB ausgerichteten
Multiplikatorenlehrgangs Soundkarate II vor. Der gut besuchte Lehrgang in
Erding baute auf dem Grundlehrgang Soundkarate I auf, führte aber in die
Tiefe. Europameisterin Nadine Ziemer ging speziell auf die Organisation
und Durchführung von Kara-Games ein. Sie bilden eine gute Möglichkeit,
Kinder für das Karatetraining zu motivieren und an den Verein zu binden.
Training und Games betonen kindgerecht den Wettbewerbscharakter des
Karatesports und führen spielerisch auf die Wettkampfregeln hin.
Mehrere Vereine Baden Württembergs und Bayerns führen heute schon
erfolgreich Kara-Games auf Landesebene durch. Die Ausrichter müssen darauf
achten, dass sie genügend Helfer engagieren, rechtzeitig Einladungen mit
Nennung der Zielgruppen versenden sowie Räumlichkeiten, Flipcharts,
Stoppuhren, Fahnen, Trillerpfeifen und Sportgeräte organisieren. Erst am
Tag der Veranstaltung, wenn alle Teilnehmer anwesend sind, sollen diese
nach Geschlecht und Alter getrennt in Gruppen eingeteilt werden. Die
Kinder aus einer Gruppe treten gegeneinander an. Von jeder Gruppe wird nur
der erste Sieger namentlich bekannt gegeben und ggf. dessen Zeit genannt.
Denn alle Kinder sollen Spaß an der Freude haben und letztlich das Gefühl
bekommen, dass sie zumindest zweite Gewinner sind. Am Ende der Wettbewerbe
sollte jedes Kind - ob Sieger oder nicht - entweder eine Urkunde oder eine
Medaille erhalten, zu deren Finanzierung die Startgelder verwendet werden.
Die Kinder können in einer oder in mehreren der Disziplinen Parcours,
Kumite am Ball sowie Soundwettbewerb (Rhythmische Grundschulkombinationen
und Kata) antreten.
Vier fleißige Mädchen vom Ausrichter TSV Erding führten, angefeuert durch
die Anwesenden, eindrucksvoll den Parcours mit seinen Slalomstangen,
Hürden, Sprung- und Rollübungen vor. Ziel ist es, die Hindernisse
möglichst schnell gemäß vorzugebender Regeln zu absolvieren. Als nächstes
stellte Nadine Ziemer die Disziplin Kumite am Ball vor. 2
Soundkarate-Bälle werden im Raum aufgehängt. 2 Sportler/innen treten,
beobachtet von einem Hauptkampfrichter und zwei Seitenkampfrichtern
gegeneinander an und führen möglichst saubere, variantenreiche
Kumite-Techniken zum Ball aus, ohne diesen zu berühren. Nach einer
festgelegten Zeit wird die Übung gestoppt. Auf Pfiff des
Hauptschiedsrichters hin heben alle 3 Schiedsrichter die Fahne mit der
Farbe ihres Favoriten oder ihrer Favoritin. Zu bewerten ist laut der
kompetenten Referentin nicht die "Niedlichkeit" der Kinder, sondern wer
die Techniken am besten ausgeführt hat. Die Arbeit mit Trillerpfeife und
Flaggensystem wurde von den Kursteilnehmern geübt.
Anschließend weihte uns Nadine in die Geheimnisse des Soundwettbewerbs mit
Grundschulkombinationen auf rhythmische Sounds ein, welche sie ausgiebig
mit den anwesenden Trainern übte. Genauso intensiv wurde das synchrone
Laufen von Katas geübt. Hierzu hatte die hochkarätige Dozentin den
Laufrhythmus der fünf Pinan-Katas mittels einer bekannten
Schlagzeug-Musiksoftware in Soundtracks umgesetzt. Auf diese Art wurden
erst einzelne Sequenzen einer Kata geübt, gefolgt von der Kompletten am
Stück. Zum Abschluss durften wir gruppenweise eine eigene
Synchron-Sound-Kata einstudieren und vorführen. Am Rande sei bemerkt, dass
wir alte Bekannte wieder getroffen und neue kennengelernt hatten. Eine
Neubekannte trainierte sogar später in unserem Dojo mit. Gut motiviert und
mit neuen Ideen für unser Training im TV Nürnberg-Eibach 03 und in der SG
Siemens Erlangen versehen verabschiedeten wir uns. Wir hoffen, dass die
Soundkarate- und Karagame-Konzepte bald in vielen bayerischen Dojos Einzug
halten.
Es grüßen Euch Hildegard Herrmann und Karl-Heinz Rudolf aus der
Goldschlägerstadt Schwabach
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